Ich könnt mich so aufregen. Die Uni Wien veranstaltet zu Semesterbeginn die Uni-Leben-Messe: Standl’n in der Uni sollen einen Überblick über Service- und Dienstleistungen bieten. Auf den ersten Blick wirkt das ganz nett: KooperationspartnerInnen wie Tele.Ring und PizzaMann, die den Studierenden (wobei auch immer) helfen sollen.
Die Aktion ist aber Teil einer Reihe von vielen Pseudo-Service-Angeboten die die Uni Wien veranstaltet um ihre Service-Schwäche zu verschleiern und nebenbei die ÖH zu untergraben.
Erstens war es die ÖH Uni Wien, die 2007 erstmals so eine Semesterstart-Messe veranstaltete: Und zwar trotz den Steinen, die die Uni überall in den Weg gelegt hatte. Aulareservierung im Hauptgebäude für so eine Messe? Schwierig, wegen der Brandschutzbestimmungen. Räume für Workshops? Fast unmöglich, weil ja Semsterbeginn ist und da überall Prüfungen sind (mhm). Nachdem die Semesterstart@Aula ein paar Jahre erfolgreich war und die Studierenden sich Sozialberatung und Infos über die ÖH holen konnten sowie sich vor Ort bei der Krankenkassa melden konnten dachte sich sie Uni offenbar hmmm. gute Idee.
Wer jetzt erwartet, die Uni hat nun endlich verstanden, dass sie gut daran tut, die ÖH zu unterstützen und ihr alles zu ermöglichen was sie für eine gute Semesterstart-Messe braucht, liegt falsch. Die Uni hat lieber selbst eine solche Messe aus dem Boden gestampft, deren Lichtblick die psychologische Studierendenberatung ist. Sonst finden sich auf der Liste der KooperationspartnerInnen zum Beispiel Holmes Place und Niedermayer. Dass die Uni einlädt wen sie will lässt sich ja noch argumentieren, und einige (AK-Bibliothek, Referat für Frauenförderung) sind auch tatsächlich sinnvoll, aber die Art und Weise und die Energie die die Uni in die Platzierung von Standard und Presse in der Uni statt vor der Uni steckt, ist mir rätselhaft. Weil – und das ist zweitens – die Uni so viele Probleme im Umgang mit Studierenden hat, dass es lächerlich ist, die eigene Bürokratie und das fehlende Service für Studierende durch externe “DienstleisterInnen” nicht mal auszumerzen sondern nur zu kaschieren versucht. Dass man/frau mit dem Papier-Studi-Ausweis, der Bibliotheks-Bürokratie oder den Studienabschluss-Wegen von Studierenden anderer Unis ausgelacht wird, ist der Uni Wien-Verwaltung da weniger wichtig wie die “Kooperation” mit PizzaMann.
So genug aufgeregt. Jetzt bin ich bereit für eine ruhige Diskussion über das Thema.
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