Ich muss mich auskotzen.
Schlimm genug, dass mit dem kommenden MinisterInnenrat am Dienstag die Publizistik beschränkt werden soll. Weil sie ein “Notfall” ist. Dieses Notfall-Gerede nervt schon ziemlich – weil diese “Notfälle”, wie in der Publizistik hausgemacht sind. Wer die Unis jahrelang unterfinanziert braucht sich nicht wundern, dass diese irgendwann nicht mehr so studifreundlich sind. Jetzt zu sagen “aber es ist halt kein Geld da”, ist aber lächerlich. Von der ÖVP ist es Kalkül, von der SPÖ wasweißichwas. Was soll das? Wir wissen genau, dass es das ÖVP-Ziel ist, möglichst nur ihre eigenen Eliten-Kinder studieren zu lassen. Und vielleicht noch ein paar die sich ganz besonders anstrengen. Aber nur vielleicht. Und die Sozialdemokratie muss darauf beharren, einen offenen Hochschulzugang zu haben. Auch wenns hart ist, gegen die ÖVP.
Die Hochschulen brauchen mehr Geld. (I will stay on the message: Redundanz schafft Verständlichkeit.)
Außerdem ist die Tatsache, dass so viele Menschen studieren wollen kein Notfall sondern ein Glücksfall. Ich halte es da mit Hertha Firnberg: Mehr ArbeiterInnenkinder an höhere Schulen!
Die Publizistik wird also beschränkt: auch “nur” in der Publizistik sind Zugangsbeschränkungen ungerecht. Allen gegenüber die Publizistik studieren wollen. Auch das ist schon der Anfang vom Ende des offenen Hochschulzugangs.
Und was macht das Wissenschaftsministerium? Will noch mehr: Selektionsphasen überall. Fatal genug. Wie sagen sies? Sie wollen die “Spreu vom Weizen trennen”. Sie wollen die Studieneingangsphase zur Knock-Out-Phase machen und möglichst viele selektieren. Und die SPÖ ist “gesprächsbereit”. Und wir Studis können das beste hoffen? Was soll das? Wer studieren will muss das auch können. Egal wie die ÖVP das gern hätte.
Auskotzen tut gut. Ein bisschen jedenfalls. Dennoch: Für den offenen Hochschulzugang brauchen wir ein breites Nein zu den ÖVP-Plänen.
Tags: ÖVP, beschränkt, Karl, SPÖ, Uni, Zugangsbeschränkungen
30. April 2010 um 3:41 pm |
kann ich so unterschreiben.
Wirklich schlimm ist halt, dass die SPÖ immer nur dagegen halten kann. Ständiges Nein-Sagen bringt halt leider auch nix & wie wir sehen schaffens die MinisterInnen immer wieder auch gegen den Willen der SPÖ Dinge durchzuziehen.
So ist die ÖVP vorne weg, setzt die Themen & kann sich super abputzen, wenns an den Hochschulen noch schlimmer wird.
Weil: “Wir haben ja eh Ideen, aber die böse böse SPÖ lässt uns nicht”
Dass die Unis wirklich reale Geldeinbußen zu verzeichnen hatten wissen die meisten nicht oder können/wollen es sich zumindest nicht vorstellen.
Und natürlich schaffens alle nicht ÖVP-Menschen nicht, dass die Message sich insgesamt gegen die ÖVP dreht.
Lösung?
Keine Ahnung. Aber ein Wissenschaftsministerium, dass nicht ÖVP geführt ist wäre mal ein erster Schritt
PS: Auch wenn ich dann an den Höllinger denken muss…